Nervig: Account-Sperren bei TradeDoubler.

Artikel vom 16. Dezember 2010. 7 Kommentare »

(überarbeitete Version)

Es gibt einen “Mechanismus” bei TradeDoubler, der mich nun schon zum dritten Male aufregt. Einmal ist akzeptabel, Fehler passieren eben. Beim zweiten mal wars schon richtig nervig, aber beim dritten Male darf und MUSS gebloggt werden!

Es geht um die Sperrung von Advertiser-Accounts bei TradeDoubler.

Ich bin als Affiliate bei einigen Programmen über die Private-Network-Lösung von TradeDoubler aktiv, genannt TD Integral. Ein privates (Partner-)Netzwerk ist nichts anderes als ein nicht-öffentliches Partnerprogramm. Private Programme erscheinen beispielsweise nicht im offenen Programmkatalog. Der Login für Affiliates unterscheidet sich dabei kaum von dem eines herkömmlichen Publisher-Accounts bei TradeDoubler. Die Netzwerk-Kosten für den Advertiser sind jedoch wesentlich geringer, Transaktionsgebühren entfallen bzw fallen niedriger aus. Diesen Preisvorteil können sich dann Affiliate und Programmbetreiber teilen. Der große Nachteil an der Geschichte ist jedoch der fehlende Service.

Mir geht es dabei speziell um einen super-nervigen Mechanismus: TradeDoubler rechnet Gebühren bei den Advertisern im Vorraus ab. Prepaid quasi. Das machen mittlerweile die meisten Netzwerke so, um sich vor finanziellen Ausfällen zu schützen (bei nicht bezahlten Rechnungen oder Insolvenz des Advertisers). In der Praxis heisst das:

Sobald das Guthabenkonto eines Advertisers bei TradeDoubler aufgebraucht ist, werden umgehend alle Umsätze “gesperrt”, bis eine erneute Aufladung erfolgt.

Das bedeutet: Weder der Advertiser noch der Publisher können in dieser Zeit Impressions, Klicks oder Sales sehen! Die Daten werden zwar erfasst, jedoch nicht angezeigt. Aber was das allerschlimmste daran ist: Man wird als Publisher nicht von Tradedoubler darüber informiert, dass überhaupt eine Sperre vorliegt! Es gibt lediglich “keine Zahlen mehr” im Account:

Account-Sperre bei TradeDoubler

Es gibt keinen sichtbaren Hinweis darauf, dass etwas mit dem Account nicht in Ordnung  ist.

Bei der ersten Sperre dachte ich noch: Mist, wieso kommt der Traffic nicht mehr an? Man fängt an zu suchen und zu testen. Findet jedoch nichts, denn es liegt ja kein technischer Fehler vor! Dann setzt man sich mit dem Advertiser auseinander. Der wurde natürlich auch nicht von Tradedoubler informiert, fängt selbst an zu recherchieren. Der wurde zwar mehrfach von TD informiert, braucht in aller Regel aber auch einige Zeit, um das Problem zu beheben. In Summe darf man sich also (nicht nur) bei Tradedoubler für eine gigantische unnötige Zeitverbrennungsaktion bedanken!

Meine Fragen an die lieben Leute bei TradeDoubler:

Warum wird nicht automatisch eine Mail mit Hinweis auf die Sperrung des Accounts an die Advertiser und Publisher verschickt? Warum gibt es im Interface keine deutliche Warnung für den Publisher? Warum zeigt ihr lieber FALSCHE Zahlen an, anstatt den KORREKTEN Fehler darzustellen???

Wenn ihr eure Advertiser disziplinieren müsst, dann bitte nicht auf die Kosten der Publisher! Das paradoxe dabei ist ja: Ich denke, dass die Publisher ganz bewusst nicht aktiv gewarnt werden. Es könnte schließlich sein, dass man einfach das Netzwerk austauscht (Schwierig im PN). TD will natürlich keinen zukünftigen Umsatz riskieren und versucht hier einen Drahtseilakt. Einerseits Druck auf den Advertiser (und dessen Buchhaltung) aufbauen, aber andererseits möglichst wenig monetäre Informationen an den Publisher weitergeben.

Fazit: Eine proaktive Kommunikation, geschweige denn eine Warnung vor Umsatzausfällen Richtung Publisher, findet nicht statt. Als Advertiser würde ich mir nach solch einer Sperre (ohne jede Art der Vorwarnung) überlegen, den Dienstleister auszutauschen in der eigenen Buchhaltung nachzufragen, ob kürzlich eine Rechnung von TradeDoubler eingetrudelt ist! ;-)

Sorry Tradedoubler: Setzen, 6! Das geht besser!

7 Kommentare, deine Meinung?

  1. Lieber Denis,

    vielen lieben Dank für Deinen Blogbeitrag zu diesem wichtigen Thema.Ich kann Deinen Unmut verstehen. Als TradeDoubler Affiliate kann ich verstehen, dass Du darüber verägert bist, dass die Statistiken für den Zeitraum in dem das Partnerprogramm kein positives Prepayment mehr aufweist ausgeblendet werden. In allen anderen Punkten muss ich Dir leider unrecht geben.

    1.Es werden keine Umsätze gesperrt, lediglich die Statistiken für diesen Zeitraum können nicht angezeigt werden. Das Tracking ist hiervon nicht beeinflusst.

    2.Die Publisher werden im User Interface darauf aufmerksam gemacht, dass bei Programm xy das pp (fast) aufgebraucht ist.

    3.Der Advertiser wird MEHRFACH darauf aufmerksam gemacht, dass sein Prepayment (fast) aufgebraucht ist.

    4.TD integral ist was ganz anderes als ein nichtöffentliches Partnerprogramm und hat nichts mit TradeDoublers Affiliate Abteilung zu tun. Die Technologie td integral basiert auf einer eigenen Plattform.

    5.Fehlender Service im Private Network: Das ist die Aufgabe des Advertisers, da dieser in der Regel lediglich unsere Technologie lizenziert hat. Falls Du von TradeDoubler in Deinen Aktivitäten unterstützt werden möchtest, kannst Du gerne in das „normale“ Partnerprogramm wechseln.

    Fazit: Ich kann Deinen Unmut sehr gut verstehen, aber die Absicht von TradeDoubler ist genau das Gegenteil. Durch das nichtanzeigen der Statistik, wollen wir unsere Advertiser dazu bewegen, ihr Prepayment-Konto so schnell wie möglich wieder aufzuladen, damit die Publisher so schnell wie möglich Ihre Auszahlung erhalten. In anderen Netzwerken kann der Advertiser wochen- oder gar monatelang seine Prepaymentrechnungen nicht bezahlen, ohne dass der Affiliate davon etwas merkt. Frühestens bei Nichtauszahlung ist dem Affiliate bewusst, dass der Advertiser seine Rechnung noch nicht beglichen hat.

    Insgesamt können wir aber den Ärger nachvollziehen und arbeiten stetig daran, dass solche Fälle in Zukunft vermieden werden. Hier wird sich schon in naher Zukunft etwas am System ändern.

    Bei Fragen kannst Du oder aber auch jeder interessierte Leser bei mir anrufen.

    Viele Grüße aus München
    Daniel Woyteczek

  2. Tony M. sagt:

    Hi Daniel, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich hoffe du nimmst mir meine spitze Zunge nicht allzu übel. ;-)

    Zu deinen Anmerkungen:

    1. Die Trackingdaten werden zwar weiterhin erfasst, sind jedoch nicht sichtbar. Als Publisher weiss man einfach nicht, dass es diesen Mechanismus überhaupt gibt. Man wundert sich und geht (vorerst) von einem Fehler aus. Mit einem deutlichen Hinweis oder einer Mail an die Publisher wäre das sicher nicht der Fall.

    2. Wo sieht man als Publisher im TD Interface, dass das Vorausguthaben aufgebraucht ist? Ich finde diese Info sogar wichtig genug für einen prominenten Warnhinweis oder eine Email. Alternativ ließe sich auch der komplette Account sperren, dann weiss man als Publisher direkt, was Sache ist. ;-)

    3. Ok, das macht auf jeden Fall Sinn. Leider wird diese Info nicht vom Advertiser weitergegeben…

    4. Sorry, mein Fehler! Habe ich korrigiert. TD Integral ist die Bezeichnung eurer Trackinglösung für mehrere (alle?) Online Marketing Kanäle.

    5. Da stimme ich dir prinzipiell zu, in einem Private Network kümmert sich ausschließlich der Advertiser um den Service. Ich finde jedoch, dass Änderungen die von TD eingepflegt werden und einen erheblichen Einfluss auf den Account eines Publishers haben, gerne auch von TD kommuniziert werden können.

    Einen Punkt möchte ich fairerweise noch ergänzen: Jeder Advertiser kennt die AGBs und Spielregeln von TD. Das heisst: Wenn der Advertiser rechtzeitig für entsprechende Deckung sorgen würde, dann gäbe es das Problem überhaupt nicht!

  3. Peter sagt:

    Der Denkansatz ist falsch. Toolbox und Searchware sind mehr oder weniger Whitelabel-Lösungen. Der Advertiser sollte ultimativ für alles verantwortlich sein. TD ist nur ein Dienstleister.

    Wenn es Probleme gibt, dann musst Du zuerst über den Advertiser schimpfen, nicht über dessen technischen Dienstleister (TD). Der Zorn sollte sich besser gegen den Addvertiser richten, weil dieser zu doof ist, rechtzeitig Geld nachzuschießen.

    Aus Sicht des Dienstleisters würde ich die Leistung ebenfalls ruhen lassen, wenn der Advertiser nicht zahlt. Wenn Du Dich hier so ärgerst, hat der Mechanismus doch genau das erreicht, was er soll. Die Affiliates machen Stress, so dass der Advertiser ganz schnell zahlt.

  4. Tony M. sagt:

    @Peter: Ich habe nichts gegen die Sperre per se. Was ist aber falsch daran wenn ich sage, dass Systemänderungen auch adequat im System kommuniziert gehören? Ist doch allemal besser als einfach falsche Zahlen anzuzeigen.

  5. Toebser sagt:

    Ich kannn da TonyM nur Recht geben. Ich rege mich da genauso drüber auf. Gerade im Weihnachtsgeschäft ist es extrem ärgerlich wenn man mehrere Tage ohne Zahlen arbeiten muss (Dies gilt übrigens nicht nur für die PNs.)

    Zumal ja alles weiterhin anständig getrackt wird – warum werden die Daten aber nicht zumindest (evtl. mit entsprechendem “ohne Gewähr” Hinweis) angezeigt? Auch in diesem Jahr mussten wir regelmäßig Kampagnen pausieren weil der Blindflug ohne Sale-Daten einfach zu gefährlich ist.

    Und ja. Man wird als publisher im Interface über den Status informiert. Allerdings nur wenn man mal zufällig über die entsprechende Programmbeschreibung des Advertisers surft :-/

    Alles in Allem ist genau dies der Grund warum wir TD nur in dem Maße nutzen wie es unbedingt nötig ist…

  6. ms100000 sagt:

    Guten Morgen,

    das Problem besteht jetzt auch meinerseits.
    Mich würde interessieren ob eine Vergütung der getätigten Klicks/Salss in diesen Zeitraum später dann stattfindet oder sind diese verloren?

  7. Tony M. sagt:

    @ms100000: Ja, diese Klicks und Sales werden erfasst, allerdings nur dann ausgezahlt, wenn der Advertiser die Tradedoubler-Rechnung begleicht! Wenn das nicht geschieht z.B. bei Insolvenz des Programm-Anbieters, wird nichts vergütet. Die Affilaite Netzwerke gehen NICHT in Vorkasse und übernehmen iaR auch NICHT das Ausfallrisiko für den Publisher. Eigentlich eine Frechheit…

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