BlumenButler vom Muttertag erschlagen.

Artikel vom 11. Mai 2010. 10 Kommentare »

Abbildung ÄHNLICH, da Originalbild nicht mehr Online!Aloha allerseits. Vorgestern war Muttertag. Wie jedes Jahr wird dieser Tag X von einem sehr schönen Suchanfragentrend begleitet, denn: Es sind Blumen für Mutti fällig! Und weil Besuche bei Muttern zuhause oft in stundenlangen Lobeshymnen über die “gute alte Zeit” (ohne Internet) ausarten, beschert die Woche vor dem Muttertag den Blumenversendern die besten Umsätze  des Jahres.

Schade nur, wenn man damit nicht fertig wird. Den Online Versender “BlumenButler” hat es dieses Jahr richtig aus der Bahn geworfen. Eine, wie ich finde, sehr lehrreiche Geschichte für Affiliates! ;-)

Ihr wisst ja, ich mache in Blumen. Anfang vergangener Woche hatte ich erstmalig damit begonnen, für das Partnerprogramm von BlumenButler ein wenig Traffic zu organisieren. Nach ein paar hundert zielgerichteten (und damit sehr teuren) Werbekontakten noch immer keine Bestellung. Das wunderte mich schon sehr, denn JEDER andere Blumenversand hatte, wie erwartet, gute Conversionraten!

Ich sah mir also die Webseite an und fand diese Promotionaktion zusammen mit CityDeal.de - direkt auf der Startseite von BlumenButler.de! Sichtbar für jeden Besucher, unabhängig von seiner Quelle. Ein Rabatt von satten 65% ist natürlich tödlich, speziell für meine eigene Conversionrate und allgemein für das CPO-Vergütungsmodell dieses Partnerprogrammes. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Programmbetreiber war schnell klar:

1. Es gab keine Trackingweiche für die Citydeal-Aktion.

2. Affiliates wurden nicht vorgewarnt.

3. Die Betreiber wurden von der Anzahl der Sales, also dem Erfolg der 65%-Rabattaktion (siehe auch 1.), schier erschlagen.

4. Man war nach eigener Aussage “einfach überfordert“.

Wenig später dann der SuperGAU: Nichts geht mehr, die IT klappt zusammen und viele Bestellungen kommen verspätet bis überhaupt nicht bei Mutti an.
Hier die Stellungnahme von BlumenButler.de. Falls sich jemand über das Bild oben wurdert: Es handelt sich dabei nicht (mehr) um den Serverraum von BlumenButler, das Bild wurde mittlerweile offline gestellt. Die Abbildung oben ist jedoch recht ähnlich. :-P

Die Folge: Kunden wie Partner sind verärgert und eine eigentlich sehr erfolgreiche Marketing-Aktion geht nach hinten los. Keine guten Vorraussetzungen für den Affiliate also, und das in der wichtigsten Umsatzwoche des Jahres.

Was hätte man besser machen können? Wie so oft sind es nur kleine Änderungen am Setup, die erfolgsentscheidend sein können:

1. Übersicht und gute Planung: Wenn man mehrere Marketing-Aktionen parallel fährt, kommt man nicht drum herum, sich ein paar grundlegende Gedanken über das Setup zu machen. Schließlich gilt es, unterschiedliche Trackingsysteme und Konditionsmodelle miteinander abzustimmen. Auch sollte man sich über Korrelationen oder die mögliche Kannibalisierung der Maßnahmen untereinander Gedanken machen.

2. Trackingweiche verwenden: Wenn unterschiedliche Trackingsysteme und Konditionsmodelle im Einsatz sind, ist eine Trackingweiche zwingend erforderlich! Diese steuert die unterschiedlichen Werbemaßnahmen auf der Zielseite und ermöglicht ein sauberes Tracking-Setup.

3. Kommunikation mit den Partnern: Programmbetreiber sollten die Publisher aktiv in ihre Aktionen einbeziehen! Es wäre so einfach gewesen: BlumenButler hätte seine Partner über die Rabatt-Aktion informieren, die Publisher hätten sich zusätzlich beim CityDeal-Partnerprogramm anmelden und Umsatz generieren können.
Das hätte mir als Affiliate deutlich besser gefallen, als alle BlumenButler-Werbemittel vorrübergehend zu entfernen…

4. Elemente auf der Landingpage: Promotion-Codes sollten nicht jedem Benutzer angezeigt werden! Wozu alle Besucher auf die Rabatt-Aktion aufmerksam machen und damit den Warenkorbwert insgesamt reduzieren?
Mit Hilfe der Trackingweiche lassen sich Elemente auf der Webseite selbst steuern, also Einblenden oder Ausblenden. Hier hätte der “Deal” nur den von CityDeal vermittelten Besuchern angezeigt werden sollen. Insbesondere dann, wenn nebenher ein Partnerprogramm auf CPO-Basis läuft! Gleiches gilt übrigens auch für Bestell-Hotlines!

Fazit für Affiliates: Ein gutes Controlling zahlt sich immer aus! Nicht nur dann,  wenn starke Trends in den Suchanfragen die Spielregeln in einer Branche kurzfristig ändern. Als Affiliate weiss man nie genau, welche neue Werbemaßnahme der Advertiser plant oder wann beispielsweise ein Relaunch stattfindet. Affiliates sind daher auf eine gute, schnelle und ehrliche Kommunikation von Seiten der Programmbetreiber angewiesen.

Mein Tip: Behaltet immer die Conversionraten der Advertiser im Auge und baut einen guten Draht zu euren Ansprechpartnern auf! :-)

10 Kommentare, deine Meinung?

  1. Peter Faisst sagt:

    Hi,

    also, ohne großes herumreden – Du hast komplett (!!) recht und Deine Liste dessen, was wir besser hätten machen müssen (und auch besser machen werden in Zukunft!) deckt sich mit unseren Punkten. Nur, dass wir noch einige Punkte mehr auf der Liste haben. Die werden wir sauber abarbeiten und sowas passiert uns sicher nur einmal.

    Nur zwei Ergänzungen:

    1. Das Foto zeigt nicht unseren Serverraum, der steht in einem sehr großen RZ und sieht etwas anders aus. Das Foto zeigt die Drucker (2 komplett redundante Anlagen), die direkt in unserer Produktion stehen.

    2. Komplett überfordert waren wir nicht. Die Produktion und auch die Verpackung – beides “eigentlich” schwieriger und komplexer als der reine Versand – liefen erstklassig und es konnten alle bestellten Produkte rechtzeitig hergestellt werden. Geschmissen hat uns tatsächlich das Drucken, vor allem der Versandlabels, als auch der Grußkarten und das anschlieesende Zusammenführen. Hier haben Drucker, die bislang erstklassig funktionierten, im entscheidenden Moment versagt – und das auf beiden Systemen. Dies wieder zu richten dauerte zu lange, um anschliessend noch alles zu produzieren. Auch hier haben wir unsere Lehre gezogen und wissen, was wir ändern müssen.

    Noch eine Anmerkung an Besteller, die jetzt leer ausgingen: Natürlich erstatten wir jeden Cent, den jemand an uns bezahlt hat und für den er keine Ware bekommen hat. Dafür stehe ich persönlich gerade. Schlimm genug, dass wir nicht liefern konnten in etlichen Fällen, natürlich zahlen wir unsere Fehler selber. Aber bitte fallt nicht über uns her, wenn auch das jetzt einige Tage braucht – alle hier arbeiten derzeit bis zur Erschöpfung.

    Positiv: Wir/ich habe(n) hier ein großartiges Team an der Arbeit gehabt, jeder hat voll mitgezogen, selbst wenn das am Ende nicht alles retten konnte, es lag nicht am Team hier, das alles gegeben hat! Insonfern möchte ich auch nicht verhehlen, dass ich auf die Truppe hier sehr stolz bin, glaubt mir, sie haben alles gegeben und verdienen es nicht, jetzt verprügelt zu werden.

    Peter Faisst
    GF BlumenButler

  2. Rob sagt:

    Hey, wirklich supi Artikel und lehrreich! also, als ich die Aktion bei CityDeal sah, hatte ich mir schon fast so etwas gedacht! Da hat sich wohl der edle Blumenbutler mittelfristig die Marge kaputt gemacht, jedem Kunden die Aktion anzubieten, Erwartungshaltungen für zukünftige Discount-Preise bei einem “Premium-Produkt” zu wecken und natürlich die Partner verprellt… also wenn ich wieder bei Blumenbutler kaufe, erwarte ich einfach Minimum 50% ;-)
    Deal-Aktionen können natürlich auch so enden, wie auf vanillabanking.de zu sehen:
    http://www.vanillabanking.de/2010/05/03/vanilladeal-einfach-mal-100-prozent-sparen/
    ;-)

  3. markus sagt:

    “Schon 28 gekauft!” steht bei CityDeal – Ich glaube der Laden hat generell ein kleines Wachstumsproblem :-)

  4. samy sagt:

    Für die viele Arbeit (Zeit/Kapitaleinsatz), die Du Dir, in Erwartung des umsatzstarken Muttertags, für den Merchant gemacht hast, schreibst Du aber noch sehr milde. Ich könnte es gut verstehen, auf solch’ einen Tolpatsch (in jederlei Hinsicht) zu schimpfen.

  5. Tony M. sagt:

    @Peter Faisst: Vielen Dank für das Statement und die BEteiligung an der Diskussion!

    Zu Punkt 1: Die Bezeichnung “Serverraum” war natürlich eine kleine Spitze und nicht Ernst gemeint. :-P
    Zu Punkt 2: Hier habe ich lediglich meinen Gesprächspartner vom Mittwoch “zitiert”.

    Weiterhin viel Erfolg beim Krisen-Management. Vielleicht hören die BlumenButler-Affiliates ja noch etwas “Kompensatorisches” von Ihrer Seite? ;-)

  6. Tony M. sagt:

    @Samy: Es war schon sehr ärgerlich, aber was soll man machen. So lernen wir wenigstens alle etwas dazu. Ich fand es nur schade, dass meine Frage nach einem Ausgleich der verlorenen Sales z.B. durch eine Klickvergütung direkt den Schalter “CPC = Fraud” ausgelöst hat. Hätte mir gewünscht, dass man hier dem Affiliate etwas entgegen kommt.

  7. Peter Faisst sagt:

    @Tony: Guter Punkt, das “Kompensatorische” schiebe ich mal an.

    Ansonsten betrachtet uns bitte als reuige Sünder. Sowas machen wir nicht nochmal. Citydeal hat nicht nur ein Wachstumsproblem, sondern auch eine sehr problematische Kundschaft, wenn man die überhaupt so nennen will und mal sehr höflich formuliert. Was hier an Mails aufschlägt ist schier unfaßbar, niveaulos, dreist … . Ich weiss nicht, wer sowas braucht – wir bestimmt nie mehr.

    Unser eher unfreiwilliger Ausflug ins “Discount-Segment” der Schnäppchenjäger ist damit beendet und wird nicht mehr wiederholt werden, also, nur noch über meine Leiche. Für sowas sind unsere Blumen nun wirklich zu schade … da reichen die von der Tankstelle auch ;-) .

  8. Tony M. sagt:

    @Peter: Da rieche ich doch eine gute Story für die Linkmafia!

    Gerne würde ich eure Erfahrungen als Advertiser in diesem “Rabatt-Segment” mit einem zweiten Artikel aufgreifen.

    Ein Interview dazu wäre super! Zumindest einer eurer Affiliates ist dann wieder happy … “DEAL” ? ;-)

  9. Peter Faisst sagt:

    @Tony: Keine Frage, natürlich “Deal” … und mit der Klientel der Citydealer habe ich ja schon als “Pate” bei schutzgeld.de einige Erfahrungen gemacht … vergleichsweise war’s da aber noch nett.

    Kontaktest Du mich?

  10. Hätten die mail auf spardruck umgestellt dann wären die Drücker pro Auftrag bestimmt ein paar Sekunden schneller gewesen…Das summiert sich dann.

Hinterlasse eine Antwort

Ein Affiliate Marketing Blog der Linkmafia.