Kommunikation (wie man schnell alle Partner vergrault)

Artikel vom 17. Dezember 2009. 8 Kommentare »

Ich wiederhole mich sicherlich, wenn ich abermals behaupte, dass die “Pflege der Partnerschaften” das absolut wichtigste Erfolgskriterium im Affiliate Marketing ist?

Gut, denn es gibt noch immer viele Partnerprogramme, die an dieser Stelle “Nachholbedarf” haben. Ein schönes Beispiel dafür, wie man es nicht macht, liefert ein Partnerprogramm aus dem Bereich Mode. Ein befreundeter Publisher leitete mir heute folgende Email des Shopbetreibers H. (Name von Zensursula geändert) weiter:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
am kommenden Mittwoch, den 23. Dezember ’09 werden wir alle Affiliate Partnerschaften beenden, deren Seiten auf Suchmaschinen – Ergebnisseiten zu folgenden Keywords gefunden werden:

H. Gutschein
H. Gutscheincode
H. Rabatt
H. voucher
H. code
etc.

Wir prüfen hierbei alle denkbaren Fehlschreibweisen und Kombinationen. Eine Auslieferung über den SEM Matchtype “broad” können Sie verhindern, indem Sie unser Brand als “Negative Keyword” einbuchen.
Eine Auslieferung im organischen Bereich können Sie verhindern, indem Sie den „Nofollow“ oder „Noindex“ Meta-Tag im Head-Bereich Ihrer H. Gutscheinseite einbinden, welcher so aussehen sollte: . Natürlich wissen wir, dass der Google-Bot evtl. bis Mittwoch noch nicht alle Seiten besucht hat. Es reicht uns deshalb, wenn wir obenstehenden Tag auf Ihrer Seite vorfinden [...]“

Krass oder? Warum vergibt H. denn überhaupt Gutscheine, wenn die Partner damit nicht ranken dürfen?!? H. hat scheinbar die “Ranking-Power” der Affiliates unterschätzt und versucht nun nachträglich, das Programm-Setup zu korrigieren. Der Grund für diesen Richtungswechsel wird auch leider mit keinem Satz weiter erläutert.

Meine Prognose: Eine Korrektur bzw eine derartige Kommunikation wird höchstwahrscheinlich fatale Folgen für das Partnerprogramm haben! Denn die Publisher haben viel Zeit, Mühe und Geld in die Implementation der Angebote investiert und werden nicht begeistert sein, jetzt alles in die Tonne treten zu müssen! Für Gutscheinseiten ist das defacto das Ende der Partnerschaft. Was wird jetzt passieren? Wie würdet ihr als Publisher darauf reagieren?

Lasst mich raten …

Variante A) Die meisten Publisher folgen den neuen Bedingungen des Betreibers und nehmen ihre Seiten mit H. Gutschein-Codes aus den SERPs. Damit dürften dann 90% der Umsätze dieser Affiliates wegbrechen. Halte ich für sehr unrealistisch! Kein Publisher reagiert besonders freundlich auf Drohungen oder die juristische Keule.

Variante B) Alle Seiten bleiben im Index – aber die Werbemittel von H. fliegen raus! Warum sollte ein Publisher seinen eigenen Traffic reduzieren? Zur Not schmeißt er das H.-Banner bzw. den Gutschein von seinen Seiten und ersetzt es durch einen starken Konkurrenten oder durch Adsense. Das tut dann richtig weh, wenn die Konkurrenz auf ehemaligen Partnerseiten zum Zuge kommt. Dieses Szenario halte ich für SEHR realistisch, würde fast drauf wetten!

Eine Alternative: In diesem Fall wäre die Lösung doch sehr einfach gewesen: Der Programmbetreiber sollte einfach keine Gutscheine mehr an die Partner herausgeben bzw die vorhandenen Codes ohne Ersatz auslaufen lassen. Eine freundliche Email an die Partner mit dem Hinweis auf das Auslaufen der Gutscheine, evtl garniert mit einem kleinen Anreiz die Seiten dann auch zu entfernen, hätte sicherlich den gewünschten Effekt erzielt … ;-)


8 Kommentare, deine Meinung?

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by linkmafia, MoMedia. MoMedia said: Wie man im Affiliate Marketing Partner vergrault: http://bit.ly/5RkEtV #affiliate #fail [...]

  2. Adam sagt:

    True, true … ;-)

  3. CBS sagt:

    Dieses Beispiel zeigt mal wieder, wie wenig Ahnung manche haben, aber meinen voll die Checker zu sein und sich damit permanent ins eigene Tor schießen. Wo bleibt da die Qualitätskontrolle bei den Netzwerken? Soetwas hätte bei Zanox früher zu einer “Ministerentscheidung” geführt und das Programm wäre gnadenlos aus dem Katalog geflogen, wenn sich der Betreiber nicht bekehren lassen hätte!

    Von einem anderen Advertiser, nennen wir ihn mal “Dummdreist24″, kenne ich noch eine “gute” Alternative Gutscheine halbwegs unattraktiv zu machen: Man lässt einfach die Affiliates die Preisdifferenz über die Gutscheine durch die Verrechnung mit ihrer Provision zahlen. Als ich das erfahren habe, konnte ich es beim besten Willen nicht glauben und habe mehrfach explizit nachgefragt.

  4. Dennis sagt:

    Ganz köstlich finde ich den Satz, dass man auf Nofollow und Noindex umstellen soll.
    Klasse!!!

  5. daniela sagt:

    jaja, erst viele Fehler in der eigenen SEO machen, und dann noch wild um sich schießen.

    Ich finde man sollte hier ruhig auch sagen, um welchen Betreiber es sich handelt, und welche Agenturen ggf. dahinter stecken. Dann schießen die sich nicht nur selbst ins Knie, sondern kriegen auch jede Menge “Mitleid” dadurch dass ihr AM Geschäft mal schön zusammenbricht.

    Deswegen bin ich sowieso und allemal für deinen Vorschlag B.

  6. Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by linkmafia: Programmrichtlinien, oder wie man schnell und effizient seine Partner vergrault: http://is.gd/5rgfu

  7. Tony M. sagt:

    @Daniela: Ich habe aus gutem Grund das PP nicht weiter benannt und finde das spielt auch eigentlich keine Rolle.

    Meine Hoffnung ist, dass viele Programmbetreiber diese Zeilen lesen und dann vielleicht etwas “diplomatischer” in ähnlichen Situationen reagieren.

    PS@all: Nein, es ist definitiv nicht das PP von “Heine” gewesen, die sind viel zu erfahren für so etwas! Wer sagt denn, dass das PP überhaupt mit “H” anfängt?! ;-)

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